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13.12.2021 21:19
An einem frischen Sommermorgen saß ein Schneider an seinem Tisch, war guter Dinge und nähte aus Leibeskräften. Nach kurzer Zeit umschwirrten Fliegen seinen Kopf. Er schlug nach ihnen und erwischte sieben auf einen Streich! “Das soll die ganze Stadt erfahren.“ sprach er bewundernd. Er fertigte sich einen Gürtel und stickte mit großen Buchstaben darauf: „Sieben auf einen Streich!“ Der Schneider band sich den Gürtel um, und wollte in die Welt hinaus. Eh er abzog, suchte er sich Proviant zusammen. Er fand einen Käse, den er sich einsteckte. Vor dem Stadt-Tor bemerkte er einen Vogel, der sich in einem Strauch verfangen hatte, den steckte er auch noch ein. Der Weg führte ihn auf einen Berg. Dort saß ein gewaltiger Riese und schaute sich ganz gemächlich um. Das Schneiderlein ging beherzt auf ihn zu und sprach: „Guten Tag, Kamerad! Hast du Lust mich zu begleiten?“ Der Riese sah den Schneider verächtlich an und sprach: „Du Lump! Du miserabler Kerl!“ „Na sowas!“, antwortete das Schneiderlein und zeigte dem Riesen den Gürtel. Der Riese las: „Sieben auf einen Streich,“ meinte das wären Menschen gewesen, die der Schneider erschlagen hätte, und kriegte ein wenig Respekt vor dem kleinen Kerl. Doch wollte er ihn erst prüfen, nahm einen Stein in die Hand, und drückte ihn zusammen, daß das Wasser heraus tropfte. „Das mach mir nach,“ sprach der Riese. „Wenn’s weiter nichts ist.”, sagte das Schneiderlein, griff in die Tasche, holte den weichen Käse und drückte ihn daß der Saft heraus lief. Der Riese wußte nicht was er sagen sollte. Da hob der Riese einen Stein auf und warf ihn so hoch, daß man ihn mit Augen kaum noch sehen konnte: „Nun, du Erpelmännchen, mach das nach!“ „Gut geworfen,“ sagte der Schneider, „aber der Stein hat doch wieder zur Erde herabfallen müssen, ich will einen werfen, der soll gar nicht wieder kommen;“ griff in die Tasche, nahm den Vogel und warf ihn in die Luft. Der Vogel stieg auf, flog fort und kam nicht wieder. „Werfen kannst du wohl,“ sagte der Riese, „aber nun wollen wir sehen ob du im Stande bist, etwas ordentliches zu tragen.“ Er führte das Schneiderlein zu einer mächtigen Eiche, die gefällt auf dem Boden lag, und sagte: „Wenn du stark genug bist, so trag mit mir den Baum aus dem Walde heraus tragen.“ „Gerne,“ antwortete der kleine Mann, „nimm du nur den Stamm auf deine Schulter, ich will die Äste mit dem Gezweig aufheben und tragen, das ist doch das Schwerste.“ Der Riese nahm den Stamm auf die Schulter, der Schneider aber setzte sich auf einen Ast, und der Riese, der sich nicht umsehen konnte, mußte den ganzen Baum und das Schneiderlein noch obendrein forttragen. Der Riese, nachdem er die schwere Last einige Zeit getragen hatte, konnte nicht weiter und rief: „Hör, ich muß den Baum fallen lassen.“ Der Schneider sprang behände herab, fasste den Baum mit beiden Armen, als ob er ihn getragen hätte und sprach zum Riesen: „Du bist so ein großer Kerl und kannst nichtmal einen Baum tragen.“ Der Riese erschrak und lief hastig davon. Nachdem es lange gewandert war, kam es in den Hof eines königlichen Palastes, und da es müde war, legte es sich ins Gras und schlief ein. Während es da lag, kamen die Leute, betrachteten es von allen Seiten und lasen auf dem Gürtel: „Sieben auf einen Streich.“ „Ach,“ sprachen sie, „das muß ein mächtiger Herr sein.“ Sie meldeten es dem König, und meinten wenn Krieg ausbrechen sollte, wäre das ein wichtiger und nützlicher Mann, den man um keinen Preis fortlassen dürfte. Dem König gefiel der Rat und er gab ihm einen Auftrag. In einem Walde seines Landes hausten zwei Riesen, die großen Schaden stifteten. Wenn er diese beiden Riesen überwältigte, so wollte er ihm seine einzige Tochter zur Gemahlin geben und das halbe Königreich dazu; auch sollten hundert Reiter mit ziehen und ihm Beistand leisten. Das Schneiderlein zog aus. Als er zu dem Rand des Waldes kam, sprang er hinein und schaute sich rechts und links um. Nach einem Weilchen erblickte er beide Riesen. Sie lagen unter einem Baum und schliefen und schnarchten. Das Schneiderlein füllte sich beide Taschen mit Steinen und stieg auf den Baum. Als es in der Mitte war, rutschte es auf einem Ast, bis es gerade über den Schläfern zum sitzen kam und ließ dem einen Riesen einen Stein auf die Brust fallen. Der Riese stieß seinen Gesellen an und sprach „was schlägst du mich.“ „Du träumst,“ sagte der andere, „ich schlage dich nicht.“ Sie legten sich wieder zum Schlaf, da warf der Schneider auf den zweiten einen Stein herab. „Was soll das?“ rief der andere, „warum bewirfst du mich?“ „Ich bewerfe dich nicht,“ antwortete der erste und brummte. Sie zankten sich eine Weile, doch weil sie müde waren, ließen sie’s gut sein und die Augen fielen ihnen wieder zu. Das Schneiderlein begann sein Spiel von neuem, suchte den größten Stein aus und warf ihn dem ersten Riesen mit aller Gewalt auf die Brust. „Das ist zu arg!“ schrie der, sprang wie ein Unsinniger auf und stieß seinen Gesellen gegen den Baum, daß dieser zitterte. Der andere zahlte es ihm mit gleicher Münze heim und sie gerieten in solche Wut, daß sie aufeinander los schlugen, so lang bis beide erschöpft auf die Erde fielen. Der Held aber begab sich zum König, der nun, er mochte wollen oder nicht, sein Versprechen halten mußte und ihm seine Tochter und das halbe Königreich übergab. Die Hochzeit wurde mit großer Pracht gehalten und aus einem Schneider ein König gemacht.

13.12.2021 21:18
Das Hähnchen sprach zum Hühnchen: “Jetzt ist die Zeit, in der die Nüsse reif werden, wollen wir zusammen auf den Berg steigen und uns satt essen, ehe sie das Eichhörnchen alle wegholt?” “Ja,” antwortete das Hühnchen, “komm, wir wollen aufbrechen.” Da gingen sie zusammen fort auf den Berg, und weil es ein schöner Tag war, blieben sie bis zum Abend. Nun weiß ich nicht ob sie sich überfressen hatten, oder ob sie übermütig geworden waren, aber sie wollten nicht zu Fuß nach Hause gehen, und das Hähnchen baute einen kleinen Wagen aus Nussschalen. Als es fertig war, setzte sich das Hühnchen hinein und sagte zum Hähnchen: “Und nun spann dich vor!” “Du kommst mir recht,” sagte das Hähnchen, “lieber geh ich zu Fuß, als dass ich mich vorspannen lasse: nein, so haben wir nicht gewettet. Kutscher will ich wohl sein und den Wagen lenken, aber selbst ziehen, das tu ich nicht.” Wie sie so stritten, schnatterte eine Ente daher: “Ihr Diebe, wer hat euch erlaubt auf meinen Nussberg zu steigen? Wartet, das soll euch schlecht bekommen!” Sie ging mit aufgesperrtem Schnabel auf das Hähnchen los. Aber das Hähnchen hatte keine Angst und wehrte sich. Es hackte mit seinen Sporn so gewaltig auf die Ente los, dass sie um Gnade flehte und sich bereitwillig vor den Wagen spannen ließ. Das Hähnchen war nun Kutscher und freute sich sehr: “Ente, lauf zu was du kannst!” Als sie ein Stück des Weges gefahren waren, begegneten ihnen zwei Fußgängern, einer hieß Stecknadel und der andere Nähnadel. Sie riefen: “Halt! Halt!” und sagten es würde gleich stockdunkel werden, da könnten sie keinen Schritt weiter, auch wäre es so schmutzig auf der Straße, ob sie nicht auf den Wagen sitzen könnten: Sie wären auf der Schneiderherberge vor dem Tor gewesen und hätten beim Bier trinken die Zeit vergessen. Hähnchen, da es magere Leute waren, die nicht viel Platz einnahmen, ließ sie beide einsteigen, doch mussten sie versprechen ihm und seinem Hühnchen nicht auf die Füße zu treten. Spät Abends kamen sie zu einem Wirtshaus, und weil sie die Nacht nicht weiter fahren wollten, die Ente auch nicht gut zu Fuß war und von einer Seite auf die andere fiel, kehrten sie ein. Der Wirt versuchte sich anfangs herauszureden, sein Haus wäre schon voll. Er dachte, dass es sich wohl um keine vornehme Herrschaft handelte. Da sie ihm aber das Ei versprachen, welches das Hühnchen unterwegs gelegt hatte, und er auch die Ente behalten sollte, die alle Tage eins legte, so willigte er ein und sie konnten die Nacht über bleiben. Nun ließen sie sich bedienen und lebten in Saus und Braus. Früh Morgens, als es dämmerte und noch alles schlief, weckte das Hähnchen das Hühnchen, holte das Ei, pickte es auf, und sie verzehrten es zusammen; die Schalen aber warfen sie in den Ofen. Dann gingen sie zur Nähnadel, die noch schlief, packten sie am Kopf, und steckten sie in das Sesselkissen des Wirts und die Stecknadel in sein Handtuch. Danach flogen sie, mir nichts dir nichts, über die Heide davon. Die Ente, die gern unter freiem Himmel schlief, und im Hof geblieben war, hörte sie fortschnurren, stand auf und fand einen Bach, auf dem sie schnell davon schwamm. Erst einige Stunden später stand der Wirt auf, wusch sich und wollte sich am Handtuch abtrocknen, da fuhr ihm die Stecknadel über das Gesicht und machte ihm einen roten Strich von einem Ohr zum andern. Dann ging er in die Küche, und wollte sich eine Pfeife anstecken, wie er aber an den Ofen kam, sprangen ihm die Eierschalen in die Augen. „Heute Morgen will mir alles an den Kragen," sagte er, und ließ sich verdrießlich auf seinen Großvaterstuhl nieder; aber geschwind fuhr er wieder in die Höhe, und schrie: “Au weh!” denn die Nähnadel hatte ihn schlimm gestochen. Nun war er vollends böse und verdächtigte die Gäste, die so spät gestern Abend gekommen waren; und wie er ging und sich nach ihnen umsah, waren sie fort. Da schwöre er sich, nie wieder Lumpengesindel in sein Haus zu lassen, das viel verzehrt, nichts bezahlt, und zum Dank noch obendrein Schabernack treibt.

13.12.2021 21:17
Es war einmal ein armer Holzfäller, der mit seinen Kindern, Hänsel und Gretel, am Rande eines großen Waldes lebte. Ihre Mutter war gestorben und der Vater hatte wieder geheiratet. Eines Nachts hörten die Kinder wie die Stiefmutter heimlich zum Vater sprach: “All unsere Vorräte sind leer, wir haben nur noch einen halben Laib Brot. Die Kinder müssen fort, wir sollten sie tief in den Wald führen, damit sie den Weg nicht wieder heraus finden; sonst müssen wir alle verhungern." Dem Vater wurde es schwer ums Herz. Doch er gab nach und willigte ein. Als die Alten schliefen, begann Gretel zu weinen. Hänsel tröstete sie: “Weine nicht! Versuch zu schlafen, der liebe Gott wird uns schon helfen.” Am frühen Morgen bekam jedes der Kinder ein Stückchen Brot. Auf dem Weg in den Wald bröckelte es Hänsel in der Tasche und warf nach und nach unbemerkt einen Brotkrumen auf die Erde. Die Kinder wurden tief in den Wald geführt und der Vater entzündete ein großes Feuer. Die Stiefmutter sprach: “Bleibt hier sitzen, wenn ihr müde seid, könnt ihr schlafen. Wir gehen Holz hacken, und heute Abend holen wir euch wieder ab.” Als es Mittag war, schliefen sie ein. Der Abend verging, aber niemand kam. Sie erwachten erst in der finsteren Nacht. Hänsel sagte: “Lass uns warten bis der Mond aufgeht, dann werden wir die Brotkrumen sehen, die ich ausgestreut habe, die zeigen uns den Weg nach Haus.” Als der Mond kam, machten sie sich auf, aber sie fanden keinen Krumen mehr, denn die vielen Vögel, die in Wald und Feld umher flogen, hatten sie weggepickt. So gerieten sie immer tiefer in den Wald. Als es hell wurde, kamen sie an ein Häuschen, dass aus Brot gebaut war, und mit Kuchen gedeckt. Die Fenster waren aus hellem Zucker. “Da wollen wir uns dran machen,” sprach Hänsel, griff in die Höhe und brach etwas vom Dach ab. Gretel stellte sich an die Scheiben und knusperte daran. Da rief eine dünne Stimme aus der Stube heraus: “Knusper, knusper, Knäusschen, wer knuspert an meinem Häuschen?” Die Kinder antworteten: “Der Wind, der Wind, das himmlische Kind,” und aßen weiter. Da ging auf einmal die Türe auf, und eine steinalte Frau, die sich auf einen Stock stützte, kam heraus. Hänsel und Gretel erschraken so sehr, dass sie alles fallen ließen was sie in den Händen hielten. Die Alte wackelte mit dem Kopf und sprach: “Ei, ihr lieben Kinder, kommt nur herein, es geschieht euch nichts.” Sie fasste beide an der Hand und führte sie in ihr Häuschen. Dort gab es Milch und Pfannkuchen mit Apfelbrei. Danach wurden zwei schöne Bettchen gemacht. Hänsel und Gretel legten sich hinein und fühlten sich wie im Himmel. Früh Morgens, ehe die Kinder erwacht waren, packte die Alte Hänsel und sperrte ihn hinter einer Gittertür ein. Dann ging sie zu Gretel, rüttelte sie wach und rief: “Steh auf, hol Wasser und koch deinem Bruder etwas Gutes, der sitzt draußen im Stall und soll fett werden.” Gretel begann bitterlich zu weinen, aber es war alles vergebens, sie musste tun was die böse Hexe verlangte. Nun wurde dem armen Hänsel das beste Essen gekocht. Jeden Morgen rief die Alte: “Hänsel, streck einen Finger heraus, damit ich fühle ob du fett bist.” Hänsel streckte ihr aber nur ein Knöchelchen heraus, und die Alte, die trübe Augen hatte, konnte es nicht sehen, und meinte es sei Hänsels Finger. Sie wunderte sich, dass er gar nicht fetter wurde. Als vier Wochen um waren und Hänsel weiter mager blieb, überkam sie die Ungeduld. Die Hexe stieß Gretel hinaus zum Backofen, aus dem die Flammen schon herausschlugen. “Kriech hinein,” sagte die Hexe, “und schau ob genug vorgeheizt ist.” Wenn Gretel drin war, wollte sie den Ofen zumachen. Aber Gretel merkte was sie im Sinn hatte und sprach: “Ich weiß nicht wie ich’s machen soll; wie komm ich da hinein?” Die Alte entgegnete: ”Die Öffnung ist groß genug, siehst du, ich könnte selbst hinein," bückte sich und steckte den Kopf in den Backofen. Da gab ihr Gretel einen Stoß, dass sie hinein flog, knallte die eiserne Tür zu und schob den Riegel vor. Gretel rannte schnurstracks zu Hänsel, öffnete den Stall und rief “Hänsel, wir sind erlöst, die alte Hexe ist tot.” Da sprang Hänsel heraus und umarmte Gretel vor Freude! Dann verließen Sie den unheiligen Ort und schlugen sich in den Wald. Als sie ein paar Stunden gegangen waren, kam ihnen die Umgebung immer bekannter vor, und endlich erblickten sie von weitem das Haus ihres Vaters. Da begannen sie zu laufen, stürzten in die Stube hinein und fielen ihrem Vater um den Hals. Der Mann hatte keine frohe Stunde gehabt, seit er die Kinder im Wald gelassen hatte und die Stiefmutter hatte ihn verlassen. Er war sehr glücklich, dass er seine lieben Kinder wieder hatte und sie lebten in lauter Freude zusammen.

13.12.2021 21:17
Es war einmal ein kleines Mädchen, das von allen gemocht wurde. Ihre Großmutter schenkte ihr ein schönes rotes Käppchen aus Samt. Und weil ihr das Käppchen sehr gefiel, wollte sie es gar nicht mehr ausziehen. Darum wurde sie von allen Rotkäppchen genannt. Eines Tages sprach ihre Mutter zu ihr: “Rotkäppchen, ich gebe dir ein Körbchen mit einem Kuchen und einer Flasche Wein. Bringe dieses Körbchen bitte zur Großmutter hinaus. Sie ist krank und schwach und wird sich darüber freuen.” „Ja, das möchte ich gerne tun“ sagte Rotkäppchen zu ihrer Mutter. Die Großmutter wohnte draußen im Wald, eine halbe Stunde vom Dorf entfernt. Als Rotkäppchen den Wald betrat, begegnete ihr der der Wolf. Rotkäppchen wußte nicht, dass er böse war und fürchtete sich nicht vor ihm. “Guten Tag, Rotkäppchen!” sprach er. “Schönen Dank, Wolf.” “Wo willst du denn hin so früh, Rotkäppchen?” “Zur Großmutter.” “Was trägst du da in deinem Körbchen?” “Kuchen und Wein, damit sich die Großmutter daran stärken kann.” “Wo wohnt denn deine Großmutter?” “Noch eine gute Viertelstunde weiter im Wald, unter den drei großen Eichen steht ihr Haus.” sagte Rotkäppchen. Der Wolf dachte: “Das Kind wird mir noch besser schmecken als die Alte. Du musst dir einen Plan ausdenken, dass du beide erwischen kannst.” Daraufhin verabschiedete sich der Wolf und nahm eine Abkürzung. Am Haus der Großmutter klopfte er an die Türe. „Wer ist draußen?“ „Rotkäppchen, ich bringe dir Kuchen und Wein, mach auf!“ „Drück nur auf die Klinke,“ rief die Großmutter, „ich bin zu schwach und kann nicht aufstehen.“ Der Wolf drückte auf die Klinke, die Türe sprang auf und ohne ein Wort zu sprechen ging er direkt zum Bett der Großmutter und verschlang sie. Dann zog er ihre Kleider an, setzte ihre Haube auf, legte sich in ihr Bett und wartete. Rotkäppchen trat kurze Zeit später ein und rief „Guten Morgen, liebe Großmutter!“ bekam aber keine Antwort. Dann trat es ans Bett heran. Dort lag die Großmutter und hatte die Haube tief ins Gesicht gezogen und sah recht seltsam aus. „Ei, Großmutter, was hast du für große Ohren?“ „Dass ich dich besser hören kann.“ „Ei, Großmutter, was hast du für große Augen?“ „Dass ich dich besser sehen kann.“ „Ei, Großmutter, was hast du für große Hände?“ „Dass ich dich besser packen kann.“ „Aber, Großmutter, was hast du für ein entsetzlich großes Maul?“ „Daß ich dich besser fressen kann.“ Kaum hatte der Wolf das gesagt, sprang er aus dem Bette und verschlang das arme Rotkäppchen. Dann legte er sich wieder ins Bett, schlief ein und fing laut zu schnarchen an. Der Jäger ging am Haus vorbei und dachte: „Wie die alte Frau schnarcht. Da frage ich lieber mal nach, ob ihr was fehlt.“ Er trat in die Stube und sah, dass der Wolf im Bette lag. Nun wollte er sein Gewehr anlegen, jedoch fiel ihm ein, dass der Wolf ja die Großmutter gefressen haben könnte. Vielleicht konnte er sie noch retten. So packte er denn Wolf an Füßen und schüttelte ihn bis das Mädchen die Großmutter heraus purzelten. Der Wolf floh aus dem Haus und ließ sich nie wieder blicken. Da waren alle drei vergnügt. Die Großmutter aß den Kuchen, trank den Wein und erholte sich wieder.