Erneuerbare Energien und ihre Potentiale in Deutschland

In den letzten zwei Jahren gab es wohl kaum eine Nachrichtensendung, in der die Energiewende nicht erwähnt wurde. Worte wie EEG-Umlage, Photovoltaik oder Stromautobahn begleiten und täglich in den Medien. Spätestens seit der Nuklearkatastrophe von Fukushima und dem danach beschlossenen Atomausstieg Deutschlands bis 2022, hat der Umstieg auf regenerative oder alternative Energien deutlich an Fahrt aufgenommen.

Was genau ist eigentlich Erneuerbare Energie?


In Deutschland fehlt es bislang an einer leistungsstarken Energieinfrastruktur, Foto: Claudio Zaccherini

Als erneuerbare Energie werden Energieträger bezeichnet, die theoretisch unerschöpflich zur Verfügung stehen bzw. sich verhältnismäßig schnell erneuern. Während fossile Energiequellen wie Öl, Gas oder Kohle, nur begrenzt auf der Erde vorhanden sind, stehen Wind, Wasser, Sonnenstrahlung und Erdwärme praktisch unlimitiert zur Verfügung. Für die Erzeugung von Bioenergie wird auf Biomasse zurückgegriffen, die aus nachwachsenden Nutzpflanzen und Abfällen besteht.

Welche Energiequellen werden in Deutschland genutzt?

Bei den erneuerbaren Energiequellen gilt die Sonnenenergie als die ergiebigste. Könnte man alle Sonnenstrahlen effektiv in Energie umsetzen, die pro Jahr auf die Erde treffen, so könnte man den weltweiten Energiebedarf zigtausendfach decken. Da Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern jedoch verhältnismäßig wenige Sonnenstunden pro Jahr aufweist und die Sonneneinstrahlung zudem nicht optimal ist, misst man der Wind- und Wasserkraft hierzulande eine deutlich stärkere Rolle im Energiemix zu. Die Bioenergie stellt einen weiteren wichtigen Faktor dar. Da diese Energieform jedoch große Agrarflächen zum Anbau entsprechender Nutzpflanzen benötigt und sie damit in Konkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung tritt, bleibt fraglich wie hoch der Anteil der Bioenergie in Zukunft sein wird.

Welches Potential bieten erneuerbare Energiequellen in Deutschland

Laut einer Prognose der Erneuerbare-Energien-Industrie, könnte der deutsche Strombedarf bist 2020 zu fast 50% aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Allein die Windenergie könnte etwa ein Fünftel des bundesdeutschen Stromhungers stillen. Laut der Agentur für Erneuerbare Energien sind die technischen Potenziale zur Nutzung regenerativer Energien in Deutschland noch immer größtenteils unerschlossen. Theoretisch sei es jedoch bis 2050 möglich, die komplette Energieversorgung in Deutschland über erneuerbare Energien zu stemmen - ohne das sich dieser Umbau des Energiesektors finanziell belastend auswirke. Einen entscheidenden Punkt bei dieser Kalkulation spielt allerdings die energetische Gebäudesanierung, durch die der Energieverbrauch in Gebäuden um 80 Prozent sinken könnte. Nach Angaben der Investmentgruppe ThomasLloyd (Twitter Account) halten jedoch 76 Prozent aller Deutschen den Kernkraftausstieg für realistisch und machbar. Ein Großteil der Befragten rechnet nicht damit, dass es dadurch zu Engpässen bei der Stromversorgung kommt. 69 Prozent würden sogar höhere Kosten für den Kauf energiesparender Elektrogeräte akzeptieren.

Aktuelle Probleme bei der Energiewende

Ein Hauptproblem bei der Energiewende stellt noch immer die mangelhafte Infrastruktur dar. In den vergangenen Jahren wurde mehrere, riesige Offshore-Windkraftanlagen in der Nord- und Ostsee gebaut. Viele stehen jedoch noch still, weil es an leistungsstarken Zugängen zum Stromnetz, den sogenannten Stromautobahnen, fehlt. Bis 2020 benötigt Deutschland insgesamt 4.500 Kilometer zusätzliche Höchstspannungsleitungen, um die Energie landesweit verfügbar zu machen. Die Bundesregierung bemüht intensiv um neue, leistungsfähigere Stromnetze, muss sich dabei jedoch allzu häufig mit lokalen Interessenverbänden auseinandersetzen, die die neuen Stromtrassen nicht dulden wollen. Zudem ist die Energiewende mit enormen Investitionen verbunden. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EGG) soll die Entwicklung positiv beeinflussen und eine nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung ermöglichen. Ein Instrument ist die sogenannte EEG-Umlage, durch die die Kosten, die aus der Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen entstehen, auf die Stromendverbraucher verteilt werden.

17.9.13 13:54

Letzte Einträge: DSL für’s Handy – das bietet der neue Mobilfunk-Standard LTE, Außergewöhnliche Weihnachtsgeschenke

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL