Anschlussfinanzierung jetzt sichern?

Nicht zu lange zögern, wenn die meist langjährige Baufinanzierung ausläuft? Es kann günstig sein, den derzeitigen Zinssatz mit einem Forward-Darlehen zu sichern. Beim Baugeld hat die Zinswende begonnen. Seit April diesen Jahres ist ein verstärkter Konditionsanstieg zu verzeichnen. Bei einer Laufzeit von zehn Jahren stiegen die Konditionen fast um eine halbes Prozent für ein Standarddarlehen über 100.000 Euro. Das sind 40 Euro Mehrkosten pro Monat! Für viele Hauseigentümer gibt es die Entscheidung zu fällen, ob sie bis zum Ende der Zinsbindung warten oder für die Anschlussfinanzierung eine Konditionssicherung bevorzugen wollen.

Finanzierung Illustration

Die Qual der Wahl

Man fragt sich nun, soll ich Abwarten oder Handeln? Wer jetzt noch schnell handelt und die Konditionen sichert, weiss das die Zinsen zum jetzigen Zeitpunkt im Vergleich noch immer günstig sind und der Zinssatz für die Anschlussfinanzierung fest steht. Jedoch wird für ein sogenanntes Forward-Darlehen mit einer Vorlaufzeit von bis zu zwei Jahren ein Forward-Aufschlag fällig. Endet die Erstfinanzierung erst in ein oder zwei Jahren, ist unsicher wie hoch der Zinssatz bis dahin sein wird. Er kann sowohl höher als auch niedriger liegen. Dann werden keine Forward-Aufschläge berechnet. Es lohnt einige Beispiele durch zu rechnen.

Kündigen

Die Bank verlangt bei Kündigung eine Vorfälligkeitsentschädigung und diese ist in der Regel höher als der Zinsvorteil bei einer anderen Bank. Daher ist eine Kündigung meistens kein sinnvoller Weg.

Abwarten und Tee trinken

Die Zinsen sinken erneut oder bleiben gleich. Das Warten bis Zinsbindungsende wäre die bessere Wahl, denn es fallen keine Kosten für ein Forward-Darlehen an.

Das Forward-Darlehen

Liegen die Bauzinsen zwei Prozent über dem heutigen Niveau in den kommenden 2 Jahren, so zahlt der Kunde mehr. Bereits 3,75 Prozent Sollzins müsste er dann für die Anschlussfinanzierung aufbringen. Das macht monatlich fast 198 Euro. Mit einem Forward-Darlehen zu 1,75 Prozent und zuzüglich 0,36 Prozent Forward-Aufschlag wäre der Zinssatz noch immer niedriger und läge bei 2,11 Prozent. Das sind günstigere 129 Euro im Monat.

Nehmen wir mal an die Bauzinsen steigen zum Beispiel um einen Prozentpunkt pro Jahr. Dann würde ein Darlehen über 10 Jahre nach einem Jahr bereits 2,75 Prozent Zinsen kosten statt der 1,75 Prozent Zinsen von heute. Für die Anschlussfinanzierung über 100.000 Euro fallen dann 156,25 Euro im Monat an. Wartet der Kunde nicht, sondern sichert er sich den aktuellen Zins von 1,75 Prozent zuzüglich 0,12 Prozent Forward-Aufschlag würde für die Anschlussfinanzierung nur 1,87 Prozent Zinsen anfallen. Die Monatsrate beliefe sich auf 239 Euro. Ein beachtlicher Unterschied der Kosten allein pro Monat!

Kreditinstitute gewähren in der Regel eine bereitstellungfreie Zeit von bis zu sechs Monaten und verzichten auf Zinsaufschläge. Manche Banken oder Versicherungen zeigen sich kundenfreundlich, sie verzichten sogar bis zu zehn Monate auf Bereitstellungszinsen, allerdings oft nur für neue Häuser. Selten verzichten die Kreditinstitute bis zu zwölf Monate auf Forward-Aufschläge, das senkt die Kosten.

Ausblick

Schnellentschlossene Darlehensnehmer sind im Vorteil wenn der Zinstrend weiter nach oben steigt. Die geringen Forward-Aufschläge kosten nur minimal mehr, bringen aber Finanzierungssicherheit. Feste Raten, kalkulierbar auf längere Zeit. Der Trend zeigt nach oben für Konjunktur, Ölpreis, Inflationsrate und Leitzinsentwicklung. Ein erneutes Fallen der Bauzinsen für Standarddarlehen auf Tiefstände von April diesen Jahres ist unwahrscheinlich.

8.7.15 11:53

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