UMSTURZ bis 15. April in Berlin

Russland und der Erste Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg gilt als die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts". Dieser furchtbare Krieg mit seinen Massenheeren und modernen Waffen, die durch ihr immenses Vernichtungspotenzial bislang ungekannte Opferzahlen verursachten, zerriss das alte Europa in mehrfacher Hinsicht. Ganze Generationen von Europäern überlebten die Jahre in den Schützengräben nur hoch traumatisiert. Traditionelle Konventionen hinsichtlich Kunst, Ästhetik, Weltbild und nicht zuletzt die Einstellung zur Politik wurden völlig überformt und es gestaltete sich in vielfältiger Weise ein Neuanfang. Darüber hinaus verlor Europa in diesem "Europäischen Bürgerkrieg" seine Geltung als Zentrum der Welt: Zwei von sechs europäischen Großmächten, wurden als Kolonialmacht in ihren Grundfesten erschüttert, zwei weitere, Habsburg und das Osmanische Reich, zerfielen und verschwanden nach dem Krieg völlig von der Landkarte, und in den zwei übrigen kam es zu Revolutionen, in Deutschland und in Russland.

Das Epochenjahr 1917

Im Jahr 1917 fanden im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieges zwei Ereignisse statt, die den gesamten weiteren Verlauf des 20. Jhds. prägen sollten, daher spricht man von einem "Epochenjahr". Einerseits traten die USA an der Seite Englands und Frankreichs in den Krieg ein, womit die Niederlage Deutschlands und seiner Verbündeten besiegelt wurde. Andererseits fand in Russland zunächst die Februar-, später die bolschewistische Oktoberrevolution statt. Russland schied damit als kriegsführende Partei aus und begab sich auf einen bis dahin völlig neuen Weg staatlichen Seins. Der Marxismus wurde auf Basis seiner leninistischen Ausgestaltung Staatsideologie. In einer Art großem - und grausamem - Experiment machte sich Russland unter vielen Opfern auf den Weg zum Sozialismus, der zum Paradies auf Erden führen sollte, dem Kommunismus. Eine Zeit lang errang Russland unter sowjetischer Herrschaft eine Vormachtstellung, von der das Zarenreich nicht zu träumen gewagt hätte: Nach dem Inferno des Zweiten Weiltkrieges wurde die Sowjetunion als Gegenspielerin der USA zur atomaren "Supermacht" des Kalten Krieges. Für Europa und insbesondere Deutschland blieb zu dieser Zeit oftmals nur die Rolle eines strategischen Aufmarschgebietes. Das sowjetische Experiment musste schließlich scheitern. Aber mit seinen Folgen werden Russland und auch wir noch lange umzugehen haben.


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100 Jahre Russische Revolution

Vom 18. Oktober 2017 bis 15. April 2018 zeigt anlässlich des 100. Jahrestages der Russischen Revolution das Historische Museum Berlin die vielbeachtete Ausstellung "1917. Revolution. - Russland und Europa". Über die Darstellung der revolutionären Ereignisse hinaus wird in den Blick genommen, wie sie das politische Denken über die Grenzen Russlands hinaus prägten. Zudem wird der Gegenwartsbezug verdeutlicht, zumal viele Aspekte heutiger politischer Interessenslagen bis in die Zeit der entstehenden Sowjetunion zurückreichen. Deshalb ist diese Ausstellung ein wichtiger Beitrag zum Verständnis aktueller Konfliktlinien internationaler Politik.

13.2.18 07:23

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