Nähen ist echter DIY Trend – so schaffst du den Einstieg

„Nähen ist Medizin für die Seele“, sagt man. Von unserer Arbeit sind wir häufig entfremdet und haben mit den Ergebnissen unseres Schaffens nichts mehr zu tun. Wie wohltuend ist es da, etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen, erst recht, wenn es etwas Nützliches und Schönes ist. Zeit, den DIY Trend und besonders das Nähen unter die Lupe zu nehmen.

Wie der DIY-Trend das Nähen wiederbelebte

Früher stand in jedem Haushalt eine Nähmaschine, oft von der Oma geerbt, die dem Nachwuchs auch die wichtigsten Kniffe zeigte. Da wurde gekürzt, ausgelassen und neu genäht, wann immer etwas nicht mehr passte oder das Budget zu klein war, etwas Neues zu kaufen. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum das Nähen lange Zeit aus der Mode gekommen war? Frauen eroberten die Arbeitswelt und hatten plötzlich genügend Geld, sich immer wieder neue Dinge zu kaufen. Es musste nichts mehr geflickt oder repariert werden. Die einzige Handarbeit, die über die letzten Jahrzehnte nur wenig von ihrer Popularität eingebüßt hatte, war das Stricken. Doch dann kam eine riesige DIY – Do it yourself – Welle aus den USA zu uns geschwappt, und riss viele mit sich, begeisterte, ermutigte und inspirierte. Online-Angebote wie Etsy oder Pinterest avancierten zu Inspirationsquellen und Triebfedern dieses Trends. Auf der einen Plattform werden Millionen Ideen gesammelt, auf der anderen wird Selbstgemachtes verkauft. In jedem Fall gibt es eine unglaubliche Vielfalt zu entdecken: Es wird gehämmert, gesägt, gelötet, geschraubt, geschrieben, gedruckt, designt und natürlich gestrickt, gestickt und genäht. Und das Schönste ist: Jede(r) kann es tun. Es braucht nur etwas Interesse und Begeisterung für das entsprechende Handwerk. Die nötigen Fertigkeiten kann man sich heutzutage aus Tutorials, Onlinekursen, Workshops und Büchern selbst aneignen.

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Dinge selbst machen bedeutet, sein Leben in der Hand zu haben Es ist kein Zufall, dass der Trend zum Selbermachen gleichzeitig mit der allumfassenden Digitalisierung unserer Leben auftauchte. Auf eine gewisse Weise sind wir Fremde in der Welt, zu deren Beschaffenheit wir keinen Kontakt mehr zu haben scheinen. Wir kaufen alle Dinge, die wir benötigen, wissen aber häufig nicht, wie sie hergestellt wurden und welche Zeit das benötigte. Genau das löst in uns ein Gefühl von Zeitmangel aus. Wer etwas strickt, näht oder baut, der entgeht diesem Gefühl, denn er kommt wieder in Kontakt mit der Welt, er lernt sie zu begreifen. Zudem empfindet man eine enorme Entschleunigung, denn alles dauert nun einmal seine Zeit: bis die selbst gemachte Seife gereift ist, der Teig für das Brot gegangen ist, alle nötigen Maschen gestrickt sind. Wahrscheinlich liegt daran eines der Geheimnisse für die Faszination handmade, der schon Millionen Menschen in Deutschland und viele mehr auf der ganzen Welt erlegen sind.

Ich will das Nähen probieren – was brauche ich dafür?

Warum ist das Nähen so gut geeignet, um in die Handmade Welt einzusteigen? Nähen bietet Projekte für jeden Schwierigkeitsgrad, von absolut simpel bis hin zu mächtig komplex. Ob man jedoch eine einfache Kissenhülle näht oder einen Blazer mit Beleg und Taschen, das befriedigende Gefühl ist stets identisch. Man erschafft etwas, das man im täglichen Leben verwenden oder bei einer besonderen Gelegenheit anziehen kann. Das benötigte Equipment ist gerade am Anfang überschaubar, später kann man nach Belieben aufstocken.

Die Nähmaschine

Zunächst einmal braucht man eine Nähmaschine. Natürlich kann man theoretisch auch alles mit der Hand nähen, doch das dauert sehr lange und hält weniger gut als die Nähte, die eine Maschine macht. Man sollte auch am Anfang nicht die billigste Maschine nehmen, die man finden kann, sondern lieber ein gebrauchtes und gewartetes Modell beim Fachhändler kaufen. Hier lassen sich die Maschinen auch zur Probe nähen. Wer online nach der geeigneten Maschine recherchieren will, wird wahrscheinlich mit einer Vielzahl an Informationen und Meinungen konfrontiert. Es gibt tausende Einträge rund um Nähmaschinen und ihre Qualitäten – selbst probieren ist hier das Einfachste. Wenn man eine ungefähre Ahnung hat, welche Maschine es sein soll, kann man diese natürlich auch online bestellen, wenn es keinen Händler in der Nähe gibt.

Der Stoff

Als nächstes braucht man natürlich Stoff zum Nähen. Es gibt unzählige verschiedene Stoffe mit bezaubernden, kreativen Drucken, wunderschönen Texturen und in ausgezeichneten Qualitäten. Mit welchem Stoff man startet, hängt ganz vom geplanten Projekt ab. Für den Anfang empfiehlt es sich, auf Webware aus Baumwolle zurückzugreifen. Dieser Stoff lässt sich leicht verarbeiten, da er nicht dehnbar ist. Er eignet sich zum Beispiel für Heimtextilien wie Kissen, Decken und Vorhänge, aber auch für Kleidung. Für Patchworkarbeiten greift man am besten zu einem speziellen Patchworkstoff, der etwas dichter gewebt ist, für Kleidung darf es auch ein etwas zarterer Stoff sein.


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Die nächste Stufe bei der Verarbeitung sind Jerseystoffe. Diese bestehen ebenfalls aus Baumwolle mit einem kleinen Anteil Elasthan und sich dadurch leicht dehnbar. Jerseys haben in den letzten Jahren einen enormen Boom erlebt, der Markt ist voller bunter Stoffe, die sich besonders für das Nähen von Mützen, bequemen Hosen und Shirts eignen. Wer gerne etwas für Kinder nähen möchte, findet hier die passenden Motive. Allerdings lässt sich Jersey etwas schwieriger vernähen, denn man muss einen elastischen Stich anwenden.

Besonders schöne Stoffe wie Seide und Spitze erfordern beim Nähen Übung und Fingerspitzengefühl. Wer zum Beispiel seine eigenen Dessous nähen möchte, sollte einen Kurs besuchen.

Was braucht man noch für den Einstieg in die bunte Welt des Nähens?

Neben einer geeigneten Nähmaschine und dem passenden Stoff benötigt man noch einige verhältnismäßig günstige Ausrüstungsgegenstände. Dazu zählen Nähgarne in verschiedenen Farben, eine Schneidmatte als Unterlage beim Zuschneiden der Stoffe, eventuell Schneiderkreide, eine Stoffschere oder einen Rollschneider und natürlich einen Nahttrenner – mit diesem wird man gerade als Anfänger häufig zu tun haben.

Jetzt kann es losgehen! Wir wünschen euch viel Spaß bei eurem DIY-Projekt

22.12.17 10:15

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