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Über sich

alice über alice 2010 Die Naturgesetze berherrschen auch jene, die nicht an sie glauben. Ich glaube nicht an Karma und hier scheint das gleich zu gelten. 2009 habe ich einen aufregenden, glücklichen Sommer im Ausland gelebt, doch kurz nach meiner Rückreise wurde ich magenkrank und bin es bis heute. Die Ursache der Krankheit ist ungeklärt und keine übliche Therapie macht mich beschwerdefrei. Sei bald einem Jahr, versuche ich mit meinem Handycap zu arrangieren und Lebenslust und -mut nicht zu verlieren. Jeden Tag aufs Neue ... und an keinem fällt es mir leicht. ------------------------ alice über alice 2008 Da wo vier waren, nur noch zwei Beine. Laufen lernen ist dann eine Möglichkeit des Überlebens. Der Boden ist kalt, wenn man sitzen bleibt. Die Luft schmeckt gut, die Luft schmeckt immer gut. Im Wind wittert man Veränderung. Ich laufe mit dem Wind. Keine Richtung, kein Ziel, aber die Hoffnung: Vielleicht komme ich irgendwann irgendwo an. ------------------------ alice über alice Dez. 2007 Vielleicht hätte ich dich am Anfang noch umarmen dürfen, als du kamst. Aber dann sind wir uns im Gespräch immer fremder geworden. Und weil ich die Bittende und du der Verwehrende warst, hatte ich plötzlich das Recht verwirkt, dich zu berühren, dachte ich. Und hätte ich gewusst, dass du nicht mehr wiederkommst, hätte ich mich vielleicht darüber hinweggesetzt. Vielleicht auch nicht. Wenn du mir eine letzte Umarmung versprechen würdest, würde ich dich nie mehr umarmen, allein, um das Recht, dich zu umarmen, immer genießen zu können. Ich könnte es nicht ertragen, dich bewusst, das letzte Mal berührt zu haben. Ich liebe dich so sehr. Ja, ich brauche dich auch. Aber, indem ich schon so viel darüber nachgedacht habe, habe ich keine Angst, allein ans Ufer zurückschwimmen zu können. Ich habe nur Angst vor diesem Moment, in dem du mich fallen lässt, weil dann das, was mir am wichtigsten war und woran ich am meisten geglaubt habe, zerbricht. Denn alles, was wir miteinander erlebt haben, bleibt immer da. Die schönen Erinnungen schweißen uns zusammen, die schlechten stehen für immer zwischen uns. Und wenn du mich trotz aller meiner Bemühungen und Dementierungen ganz allein lässt, dich bewusst dafür entschieden hast, unsere Beziehung auf die denkbar wackeligsten Beine stellst und in Kauf nimmst, dass sie vielleicht verendet und mir die größten mir bekannten Schmerzen zuzufügen. So etwas verschwindet nie aus dem Kopf. Und es ist so groß, so viel - wie soll ich hinter dem noch den Victor wiederfinden können, in den ich mich verliebt, an den ich geglaubt und dem ich blind vertraut habe? Das habe ich nämlich immer - ich habe meinem Victor auf Gedeih und Verderb vertraut und nie geglaubt, dass es mal mein Verderben sein könnte. Vielleicht ist es keine Krankheit, aber um in den Worten von Menschen zu sprechen, die das schon vor mir formuliert haben, wenn du eine Droge bist, möchte ich süchtig sein, wenn du das Gift bist, möchte ich mit dir in meinen Adern sterben. Es ist keine Krankheit, sondern das höchste Geschenk, dass uns höhere Mächte machen konnten. Natürlich kannst du ohne mich leben und ich ohne dich und vielleicht werden wir uns - jeder auf seinem Lebensweg - irgendwann wieder verlieben. Aber so wird das nicht wiederkommen. Wir sind unser ganzes Leben allein. Und nur manchmal finden wir jemanden, mit dem wir diese Einsamkeit teilen können. Ich kannte diesen Satz schon, bevor ich dich kannte. Und ich habe aufgehört, an ihn zu glauben, als wir zusammen waren. Es ist nicht, dass ich mich nie allein gefühlt habe, als wir zusammen waren, aber wir waren viel mehr als gemeinsam alleine. Wir waren ein "wir". Wie der Vater von Georg es beschreibt, wenn er erzählt, wie er mit dem Orangenmädchen zusammen gezogen ist. Ich weiß nicht, ob du dich noch daran erinnerst. Er hat gemeint, es gibt Sprachen, in denen es für das "wir" von zwei menschen einen anderen begriff gibt, als für das Gruppen-"wir". Denn zwei Menschen zusammen sind einfach etwas ganz anderes. Sie wachsen zusammen, sind in Symbiose, gründen ihr eigenes Universum, werden ein Organismus aus zwei Organen. Manchmal waren wir unzufrieden und haben uns allein gefühlt, aber wir waren gemeinsam allein und vor allem, in den Momenten, in denen wir nicht allein waren, waren wir viel mehr eins oder das eins-sein hat sich einfach endlich viel besser angefühlt, als das eins-sein mit sich selbst, das einzige eins-sein, dass ich zuvor kannte. eins-sein mit dir ist so viel mehr aufregend, so viel mehr berauschend. eins-sein mit sich selbst ist ein stabiler zustand, eins-sein mit dir ist glück. ich weiß, dass es irgendwann einen umschwungspunkt gab, ab dem wir angefangen haben, dieses eins-sein mehr zu vermissen, als es zu genießen, aber ich würde lieber tage- und wochenlang stumm und einsam neben dir sitzen, um einmal für eine sekunde davon deine hand halten zu können und es für diesen moment kurz im ganzen körper kribbeln zu spüren, als es aufzugeben. wenn du nicht wärst, hätte ich vielleicht medizin studiert oder chemie. ich hätte bestimmt auch gute noten gehabt, aber keine freude daran. liebe ist keine, wenn man sie nicht teilen kann. erfolg ist keiner, wenn man ihn nicht teilen kann. er fühlt sich jedenfalls nicht danach an. und ich hätte dich nicht gekannt und hätte nie wahrgenommen, dass ich, in dem, was ich tue gut bin, dass ich ein talent habe. ich hätte manchmal daran gedacht, wie leer das leben ohne liebe ist und dann schnell aufgehört, nachzudenken, weil so etwas weh tut und weil es vom funktionieren abhält. und ich hätte funktioniert. ja, ich funktioniere immer noch, aber mit der tollen disfunktion, dass ich an mich glaube und daran, dass ich dinge tun kann, dass ich mich in dingen verwirklichen kann, die nicht in dem rahmen sind, den eltern und lehrer für mich angedacht haben. dass alles nur, weil du mich so geliebt hast, nicht nur, wie ich bin, aber auch so, wie ich sein wollte. du hast daran geglaubt, dass ich etwas schaffen kann, was ich will. ich habe es geschafft, weil ich wollte und ich wollte, weil du da warst, um dich mit mir über die erfolge zu freuen, die mir sonst vielleicht nie aufgefallen wären. ich habe florian von der leere erzählt, die mich bei dem gedanken fasst, ohne dich zu sein, ich schrieb: Es ist wie ein Begräbnis. Es hat einmal zwei real existierende Personen gegeben und sie haben sich geliebt. und obwohl ich da bin und auch Victor da ist, sind diese beiden nicht mehr da. Das ist, als ob jemand gestorben wäre. Und es ist das erste mal, dass jemand, der mir nahe ist, stirbt. Aber wie soll man das sonst bezeichnen? Da war etwas, da waren zwei lebendige Menschen, aber dann sind sie nicht mehr da, sie sind nicht einfach woanders hingegangen oder so, sie haben einfach aufgehört zu existieren... und auch ein teil deines lebens, hm?, fragte er und sagte, ich glaube, so etwas ist sogar noch schlimmer als der tod eines menschen. und es stimmt, denn ein toten trägst du grabe. aber hier kann man das nicht. es bleiben nicht nur diese unerträglichen erinnrungen an das schöne, es bleiben nicht nur all die wohlbehüteten relikte dieser schönen zeit, sondern es bleibt diese hülle mensch, die nach dem abendteuer der gefühle, wieder ausgeschält werden muss, um wieder für das ordentliche funktionieren, für disziplin und rationalität optimiert zu werden. es nicht nur, dass dieses aushöhlen weh tut. man tut es auch mit dem sicheren gewissen, sich nicht auf einer weiterentwicklung zu befinden. man degradiert sich selbst vom fühlenden und denkenden zu dem roboter, der niederen lebensform, die langweilig, nur funktionell ist... liebe macht blind - und zwar jene menschen, die sie von sich ausschließt. liebe gibt den dingen farben und formen, die zu erkennen man davor einfach nicht motiviert ist. ich habe so viel über dich und über mich gelernt. ich habe gelernt, die dinge anzusehen, anstatt durch sie hindurch zu sehen. ich habe gelernt, farben im leben zu sehen. wenn du nicht mehr mein freund sein willst, schneidest du mir tief ins fleisch. traurig, resigniert werde ich das blut strömen und dann wieder gerinnen sehen. aber die narbe, die bleibt, werde ich tragen, wie ein Kriegsveteran, denn sie ist dann Teil von mir und sie zeigt mein größtes Glück, meine größte Gabe und meinen ganzen Stolz: Ich habe einen Menschen so aufrichtig geliebt, wie ein Herz und ein Verstand es nur mit aller ihrer Kraft und mit jeder ihrer Fasern, vermögen. Und ich habe dafür gekämpft. Ich will dich nicht verlieren. Ich will dich nicht verlieren. Und obwohl du so bestimmt am Telefon warst, ich will es, ich glaube es, ich hoffe es, ich weiß es, dass wir ein zusammen bleiben können, ich weiß nur nicht, wie ich dich davon überzeugen soll. ------------------------ alice über alice 2007 Manche wünschen sich, in eine Höhle zu gehen und der Liebe und dem Reichtum entsagen können. Ich habe nie der Liebe und dem Riechtum entsagt, werde ich wohl auch nie. Trotzdem lebe ich in einer Höhle und ohne es mir gewünscht zu haben. ------------------------ alice über alice 2006 Ich mache das Leben zu meinem Spiel und diktiere die Regeln. Ich sage, alles wird sowieso, wie ich es will. Und das stimmt, weil ich mit etwas Geschick mein Glück bewegen kann. Und weil ich die Geschichte so verdrehe, dass zum Schluss alles doch zu meinem Vorteil gewesen sein muss. Und weil ich manchmal mit Absicht vergesse, dass ich Dinge anders gewollt habe, als sie dann gekommen sind. Bestimmt ist das nicht ganz ungemogelt, aber das sichere Gefühl, am Ende jedes Abendteuers mindestens genauso glücklich zu sein, wie an seinem Anfang, berauscht. Und bestimmt ist es nicht ganz ungemogelt, aber das merkt ja keiner, weil ich die Regeln schreibe. ------------------------ alice über alice 2005 Ich sehe dich. Du sitzt mir gegenüber in der S-Bahn. Ich betrachte dich. Deine Kleidung, deine Schuhe, deine Hände, deine Haare, dein Gesicht. Ich frage mich, was du für ein Mensch bist, sein könntest. Ich stelle mir vor, wohin du gerade unterwegs bist, was dir gerade durch den Kopf geht und wie es bei dir zu Haus aussieht. Wie deine Eltern aussehen, wie sie dich erzogen haben, ob du Geschwister hast. Was deine Lieblingsfarbe ist, ob du verliebt bist - glücklich oder unglücklich. Ich würde mich gern zu dir setzen und dich fragen, wie es dir geht, und dir dann zuhören, wenn du mir etwas aus deinem, dem Leben erzählst. Dabei würde ich lächeln, vielleicht deine Hand drücken und für ein paar Minuten eine gute Freundin sein, vielleicht, weil ich mir das selbst so oft gewünscht habe. Ich sehe in dein Gesicht. Da treffen sich unsere Blicke und beide schauen wir schnell weg. Ich weiß, dass es dich beunruhigen wird, wenn ich du mich noch einmal dabei ertappst, wie ich dich angucke, deswegen tue ich es nur aus den Augenwinkeln heraus, wenn überhaupt. Und ich weiß, dass all das, was mir gerade durch den Kopf geht, dir ganz bestimmt nicht durch den Kopf geht, und dass du es auch nicht wollen würdest. Und deswegen bleibt jeder von uns beiden allein sitzen und ich muckse nicht, als du im Anhalter Bahnhof an mir vorbeigehst und die Bahn verlässt. Manchmal finde ich den Mut, zu lächeln. Weil manchmal lächelt jemand wie du zurück. Und dann ist das einer dieser Momente, die mir ein Leben lebenswert machen können.

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